Konzepte und Planung für den Umweltverbund
Untersuchung: Verkehr in der Stadt Siegen
Zusammenfassung der Ergebnisse<
Personenanalyse
Unter den Befragten
waren fast 50 % 35-60 Jahre alt und von den Verkehrsproblemen besonders
betroffen. Jüngere (15-35) und Ältere (über 60) halten
sich mit je 25% die Waage. Die meisten Benutzer des motorisierten Individualverkehrs
(MIV) finden sich in der Gruppe der 35-60-jährigen, dem auch die
Hälfte der 15-35-jährigen hinzurechnen ist. Von den über
60-jährigen benutzen bei der Umfrage 4/5 das Auto.
Die Hälfte der Befragten gab als Wohnort den Kernbereich der Stadt
(Siegen und Weidenau) an, wobei 83% mehr als 5 Minuten von Geschäftszonen
entfernt wohnen. Gut 2/3 wohnen dabei an Straßen mit stärkeren
Steigungen, was für den Transport von Lasten etwa bei Einkäufen
von Bedeutung ist. Immerhin müssen die meisten (57%) weniger als
5 Minuten zur nächsten Bushaltestelle laufen. Dies sagt noch nichts
über die Qualität des Anschlusses aus, z.B. ob die betreffende
Buslinie häufig oder nur selten verkehrt.
Wichtig war die Angabe, daß 1/3 nicht berufstätig war, wobei
mit Einkäufen zumeist belastete Hausfrauen hier angerechnet werden
müßten. 8% müssen als Schichtarbeiter beim ÖPNV als
benachteiligt angesehen werden, dürften in der Mehrzahl auf ein eigenes
Fahrzeug angewiesen sein.
Unter den Befragten benutzen fast 2/3 bevorzugt ihr Auto oder Motorrad,
etwas mehr als 1/3 sind Fußgänger, Radfahrer oder benutzen
zumeist den öffentlichen Nahverkehr. Autofahrer benutzen ihr Fahrzeug
bevorzugt für Berufs- und Einkaufszwecke, nur 8% vorwiegend für
Freizeitzwecke.
Allgemeine
Verkehrsprobleme
Unter diesem Aspekt
ist es interessant, daß etwa 60% aller Befragten den Wunsch nach
der Einrichtung weiterer Fußgängerzonen äußerten
und bei Fußgängern und Busbenutzern der Anteil der Nichtbefürworter
überwiegt. Auch scheint dieser Wunsch in den Außenbezirken
etwas geringer ausgeprägt zu sein (Ja zu nein wie 3:2) als im Kernbereich
der Stadt, (2:1). Am häufigsten wurden hierfür Löhrstraße
und Marburger Straße genannt.
Für die Planung wichtig ist die Angabe, daß 4/5 der Befragten,
bei Auto- und Motorradfahrern 5/6 die Anlage von Radwegen abseits von
Hauptstraßen wünschten, immerhin auch fast 2/3 der nicht motorisierten
Verkehrsteilnehmer. In gleicher Relation bewegt sich die Angabe, daß
Tempo 30 nur in Wohnstraßen gelten soll. Hingegen werden geschwindigkeitsmindernde
Hindernisse wie Bodenschwellen o.ä. von der weit überwiegenden
Mehrheit aller abgelehnt, naturgemäß von Autofahrern noch stärker
als von übrigen Verkehrsteilnehmern. Besonders Radfahrer und Fußgänger
sind mehrheitlich dafür. Öffentlicher
Personen-Nahverkehr
Für eine Förderung
des ÖPNV setzten sich 70% aller Befragten ein, immerhin auch 60%
der Autofahrer. Die Zustimmung zu Busspuren gemeinsam für Busse und
Taxi fällt hier um 15% geringer aus als bei 90%iger Bejahung der
Benutzer des ÖPNV.
Überraschend war die Angabe, daß 75% aller Befragten, sogar
80% der Autofahrer der Meinung sind, daß die jetzigen Park &
Rideplätze in der Anzahl ausreichen, die Ortswahl dieser Plätze
von der Mehrheit als richtig anerkannt wurde. Es wurden kaum Vorschläge
für andere Standorte gemacht.
Einen Busanschluß von diesen P&R-Plätzen im 10-Minutentakt
wünscht die weit überwiegende Mehrzahl in den Morgenstunden
von 6:30 - 9:00 Uhr, während nachmittags von 15:00 - 17:30 Uhr ein
20-Minutentakt von einer gleich großen Zahl befürwortet wird.
Parkprobleme
Über 2/3 der
Befragten, fast 3/4 der Autofahrer wünschen eine Verbesserung der
Kurzparkvorgänge in der Innenstadt. Die Parkgebühren werden
in gleicher Relation für zu hoch gehalten, nur eine knappe Hälfte
ist bereit, differenzierte Parkgebühren (je näher zum Zentrum
desto höher) zu akzeptieren.
Die überwältigende Mehrheit spricht sich für einen Halbstundenzeittakt
in Kurzparkzonen aus, der in Parkhäusern auf eine volle Stunde auszudehnen
wäre. Sehr große Zustimmung findet die Regelung, die erste
halbe Stunde in Parkhäusern gebührenfrei zu halten.
Job-Ticket
Fast 80% aller
Befragten, nahezu 100% der ÖPNV Benutzer sprechen sich für eine
City-Karte aus und wären unter den genannten Bedingungen (z.B. Monatspreis
ca. 50 DM, Gültigkeit für das gesamte Verkehrsnetz auch an Wochenenden
und Feiertagen) mit der Einführung eines Job-Tickets einverstanden.
Eine 3/5 Mehrheit wäre dafür, daß für Dauerparkplätze
in Geschäfts-oder Behördennähe eine Gebühr erhoben
würde, die dem Doppelten des Preises für das Job-Ticket entspricht.
Zusätzliche
Bemerkungen
Viele Befragte machten
von der Möglichkeit Gebrauch, zusätzliche Anregungen zu geben.
Die meisten bezogen sich auf den ÖPNV, wobei am häufigsten der
Wunsch nach einem Verkehrsverbund unter Einbeziehung der Schiene geäußert
wurde. Häufig waren Klagen über zu hohe Fahrpreise, die zu geringe
Fahrfrequenz der Busse und mangelnde Koordination der Busverbindungen
und -anschlüsse. Originell, aber kaum bezahlbar, ist der Vorschlag,
in alten Stollen eine U-Bahn einzurichten. Manch andere Anregungen, besonders
zur Gestaltung von Netzkarten und ihre Nutzungsmöglichkeiten verdienen
es, weiter geprüft zu werden.
Inhaltsverzeichnis
- Fragen zur Person:
Alter der Befragten, Wohnort aller Befragten, Wohnung in Haupt/Nebenstraße?
Wie weit zur Geschäftszone? Straße mit Steigungen? Wie weit
zur Bushaltestelle? Arbeitszeit aller Befragten, Verkehrsmittelwahl,
Nutzungszweck des Autos, Verkehrsmittel/Fahrzeit,
- Allgemeine Verkehrsprobleme:
Mehr Fußgängerzonen? Radwege an Haupt- oder Nebenstraßen?
Tempo 30 nur in Wohnstraßen? Geschwindigkeitsmindernde Hindernisse?
- Busverkehr: Förderung
von ÖPNV? Sind Busspuren sinnvoll? Genügend P&R-Plätze?
Sind P&R-Plätze am richtigen Platz? Welcher Bustakt zu den
P&R-Plätzen?
- Parkprobleme:
Mehr Kurzzeitparkplätze? Sind die Parkgebühren zu hoch?
Differenzierte Parkgebühren? Zeittakt für Kurzparkzonen, Zeittakt
für Parkgebühren, Erste halbe Stunde gebühren frei? Gebührentakt
im Parkhaus, Auf Einkauf in Siegen verzichtet?
- Job-Ticket: City-Karte,
Job-Ticket, Doppelte Parkgebühr für Dauerparker?
- Zusätzliche
Bemerkungen zum ÖPNV, zum MIV, zum NMV, Restliche Bemerkungen
Dokumentation zu bestellen bei der F.D.P. Siegen
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