Konzepte und Planung für den Umweltverbund
Verkehrsmittelwahl
- Strukturanalyse
in der Stadt Olpe
Für Bündnis
90 / DIE GRÜNEN der Stadt Olpe führte der VCD eine Untersuchung
der Verkehrsmittelwahl unter den Besuchern des Stadtzentrums Olpe durch.
Angeschlossen war eine Befragung zur Struktur des Einzelhandels.
Zusammenfassung
der Ergebnisse:
Insgesamt wurden
400 Personen stichprobenartig in der Olper Innenstadt an verschiedenen
Wochentagen von Montag bis Samstag und zu verschiedenen Uhrzeiten zwischen
9 und 18 Uhr zu Gruppen von je 10 befragt. Es wurden Tage mit gutem wie
auch mit Regenwetter ausgewählt. Als Orte der Befragung wurden verschiedene
Standorte im Stadtkern ausgewählt, um nicht eine Vorauswahl bei den
Verkehrsmitteln zu initiieren. (Kölner Straße, Bahnhofstraße
und Franziskanerstraße)
Personenbezogene
Daten der Gefragten:
- Geschlecht:
Aufgrund der unterschiedlichen Besucherzahlen im Stadtzentrum wurden
für die Untersuchung 272 Frauen und 128 Männer befragt.
- Alter: Die Statistik
zeigt deutlich, daß eine größere Zahl älteren
Frauen als Männer in Olpe wohnt. Unter 60 Jahren sind die Geschlechter
fast gleich verteilt. Bei der Befragung wurden Kinder und Jugendliche
unter 16 Jahre nicht berücksichtigt. Auch war es schwierig, Personen
über 80 Jahre zu finden und zu befragen.
- Wohnorte der
Befragten: Ca. 95% wohnen in Olpe, gefolgt von Wenden, Drolshagen,
Freudenberg und anderen, wie Lennestadt, Kreuztal, Attendorn und Finnentrop.
- Olper Besucher
nach Ortsteilen: Die BewohnerInnen aus den Stadtteilen Olpe, Rhode
und Rüblinghausen waren prozentual stärker vertreten als
die Ortsteile der Peripherie. Diese EinwohnerInnen orientieren sich
scheinbar, wenn sie einen Einkauf erledigen und auf das Auto zurückgreifen,
nach den Nachbarkommunen bzw. nach eigenen Einkaufzentren auf der
'Grünen Wiese'.
- Führerscheinbesitz:
Frauen besitzen zu ca. 18% weniger einen Führerschein der Klasse
3.
- Eigenes Auto:
Wie die Untersuchungen zeigen, sind Frauen in verstärktem Maße
auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes angewiesen.
Verkehrssituation in der Stadt Olpe
- Verkehrsmittelwahl:
Mehr als 81% der BesucherInnen kommen mit dem MIV , der ÖPNV
hat einen Anteil von ca. 3%. Verhältnismäßig hoch
mit ca. 15% ist der Anteil von nMV
- Verkehrsmittel/Geschlecht:
Männer nutzen zu 85% das Auto, Frauen kommen zu fast 7% mit dem
ÖPNV in die Innenstadt. Auch der Anteil des nMV ist bei Frauen
fast dreimal so hoch wie bei Männern.
- Verkehrsmittel/Wohnort:
Der Anteil der AutofahrerInnen liegt bei allen Ortsteilen sehr hoch,
ÖPNV und nMV haben nur einen geringen Anteil am Verkehrsaufkommen.
- Grund für
den Aufenthalt in der Innenstadt: Ca. 60% Einkaufen, ca. 32% Arbeiten
und ca. 7,5% Besuch von Stadtverwaltung, Arzt oder andere Gründe.
- Verkehrsmittel/Grund:
Einkaufen und Arbeit mehr als 85% Auto. Nur bei den Frauen ist ein
nennenswerter Anteil am ÖPNV Einkaufen und Sonstiges festgestellt
worden.
- Arbeit/Verkehrsmittel/Geschlecht:
Ca. 72% Frauen und ca. 90% der Männer fahren mit dem Auto.
- Einkaufen/Verkehrsmittel/Geschlecht:
Für den Einkauf nutzen Fauen und Männer fast gleich oft
das Auto.
- Arzt, Verwaltung,
Sonstiges/Verkehrsmittel/Geschlecht: Ein großer Teil von Männer
und Frauen geht zum Arzt und Sonstigem zu Fuß. Auf dem Weg zur
Verwaltung benutzen Männer das Auto.
- Anzahl der Aufenthalte
in der Innenstadt (Wochentage): Der Aufenthalt, bzw. der Besuch der
Innenstadt ist nach Gründen und Verkehrsmitteln sehr unterschiedlich.
Die meisten Personen kommen nur einmal pro Woche. Werden nur die EinkäuferInnen
berücksichtigt, ergeben die Auswertungen, daß BesucherInnen
mit Auto nur ein- (ca. 60%) bis zweimal (ca. 30%) die Woche kommen.
Anders sieht es bei den ÖPNV- und nMV-VerkehrsteilnehmerInnen
aus. Weil sie nur kleinere Mengen transportieren können, müssen
sie häufiger kommen. FußgängerInnen kommen aus einer
Entfernung von max. 1.500m.
- Maßnahmen
gegen Umweltbelastungen: Mit je ca. 36% wurden am häufigsten
'keine Maßnahmen' und mit ca 25%'Geschwindigkeitsbeschränkungen'
genannt.
- Lärmbelastungen
in Olpe: Auf die Frage, ob sie sich durch die täglichen Lärmbelastungen
gestört fühlen, antworteten ca. 35% ja, ca. 27% zeitweise
und der Rest von ca. 19% mit 'nein'. Mit der Nachfrage, wo die Wohnung
liegt, konnten die Lärmbelastungen vornehmlich entlang der Hauptverkehrsstraßen
festzustellt werden.
- Maßnahmen
zur Verkehrsberuhigung: Einbahnstraßen, Bodenwellen und Pflanzkübel
erhielten die wenigste Zustimmung, besonders von Autofahrern. Spielstraßen
und Sackgassen würden am häufigsten als Lösungsmöglichkeiten
akzeptiert werden. AutofahrerInnen, dabei Männer, besonders jüngere
Männer, halten alle Arten von Hindernissen für Unsinn, während
Frauen (Mütter) und ältere Menschen dringend eine Reduzierung
der Geschwindigkeiten besonders in Wohngebieten fordern.
- Parkgebühren
in der Innenstadt (1.-DM pro Stunde): Verkehrsteilnehmer am Umweltverbund
stehen der Einführung von Parkgebühren deutlich positiver
gegenüber als die MIV-Benutzer. Ca. 73% der AutofahrerInnen lehnen
Parkgebühren ab. Nur ca. 6,6% waren für Parkgebühren
und ca. 20% machten keine Angaben. Groß war der Anteil der Bahn,
Bus, Fahrradfahrer und Fußgänger, die eine Parkraumbewirtschaftung
befürworteten. ('Wenn Parkplätze mit Steuergeldern gebaut
werden, müssen für diese auch Gebühren erhoben werden,
damit in Zeiten von Geldmagel in der Stadtkasse andere Maßnahmen
bezahlt werden können' waren die überwiegende Aussage)
- Kosten für
das Auto pro Monat: AutobesitzerInnen schätzen die monatlichen
Kosten für das Auto (z.B. Golf CL) deutlich zu niedrig ein.
- ÖPNV-Qualität:
Genannt wurden 'zu wenige Busverbindungen, schlechte Anschlüsse,
lange Wartezeiten' (218), 'kaum Abend-/Nachtverkehr' (178), 'unübersichtliche
Fahrpläne' (158), 'unbequeme Einstiege' (128) und 'hohe Fahrpreise'
(55). Verbesserungsvorgeschläge: mehr Niederflurbusse, übersichtliche
Fahrpläne, eine Fahrkarte für Bus und Bahn, Anruf-Sammeltaxi,
beleuchtete Haltestellen, preiswerte und ganztägige Schülerfahrkarten.
- Job-Ticket für
den ÖPNV: Von den 127 in Olpe beschäftigten Befragten antworteten
12 mit ja und 72 lehnten das Angebot ab. Die Einführung von Parkgebühren
sowie eine dringend notwendige Verbesserung des ÖPNV würde
bei den Ablehnungen zu neuen Überlegungen führen.
- Fahrrad: 36
RadfahrerInnen und einigen anderen Personen antworteten: 'mehr Radwegestreifen'
(28), 'bessere Beschilderung' '30', 'mehr Fahrradständer' (41),
'mehr Radwege' (62), 'Fahrradboxen' (2 Nennungen)
- Fußgänger:
Ältere Menschen fühlen sich vom Autoverkehr behindert. Es
wurden Forderungen geäußert: 'mehr Querungshilfen' (12),
'bessere Ampelschaltungen für Fußgänger' (65), 'mehr
Ruhebänke' (45 Nennungen)
Untersuchung
Stadtzentrum Olpe
- Struktur
des Olper Zentrums: Folgenden Leistungen und Angebote sind von Bedeutung:
'Angebotsvielfalt', 'Preisniveau' 'Parkplätze', 'Beratung', und
'Branchenangebot'. 'Sonderservice' und 'Umtauschmöglichkeit'
spielen eine unbedeutende Rolle.
- Angebot im Olper
Einzelhandel: Der größte Teil der Befragten hält das
Angebot in der Innenstadt 'eher gut'.
- Preisniveau
im Olper Einzelhandel: Das Preisniveau hielt die Mehrheit für
'eher gut' und attraktiv zu den umliegen Einzaufsmöglichkeiten.
- Branchenangebot
im Olper Stadtzentrum: Ein ausgewogenes Branchenangebot konnte von
vielen BesucherInnen nicht erkannt werden. Es wurde mit 'mittelmäßig'
beurteilt.
- Beratung im
Einzelhandel: Die Beratung wurde als nicht besonders gut, 'mittelmäßig'
beurteilt.
- Erfüllung
von Sonderwünschen: Es ergab sich eine deutliche Häufung
zwischen 'mittelmäßig' und 'eher schlecht'.
- Umtausch im
Olper Einzelhandel: Die Möglichkeit wurde mit 'mittelmäßig'
beurteilt.
- Anlieferung
gekaufter Ware: Die Möglichkeit gekaufte Ware anliefern zu lassen,
ist ein Wunsch, dem die Einzelhändler selten nachkommen.
- Parkmöglichkeiten
im Olper Zentrum: Ein Großteil der Befragten schätzt die
Parkmöglichkeiten als 'eher gut' ein.
- Verkehrssituation
in der Olper Innenstadt: Ein Teil der Befragten fühlt sich durch
den Autoverkehr während des Aufenthalts gestört. (Doch auf
die Anfahrt mit dem Auto will man wegen unzureichender Alternativen
nicht verzichten!)
- Zusatzfragen
zum Olper Stadtzentrum: Es wurde eine Vielzahl von Geschäftsbranchen
genannt. Bei den fehlenden Einrichtungen reichten die Antworten vom
'Betreuten Kinderladen' bis zum 'Gemütlichen Café'.
- Einkaufsmöglichkeiten
in Olpe im Vergleich zum Umland: Es wurde am häufigsten Siegen
und Kreuztal genannt, gefolgt von Attendorn und Köln, aber auch
Hagen. Das Angebot in den umliegenden Städten wurde mit 'mittelmäßig'
bewertet.
Dokumentation zu bestellen bei Bündnis90/Die Grünen in Olpe
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