Konzepte und Planung für den Umweltverbund
Verkehrsuntersuchung und Machbarkeitsstudie für die Gemeine Kirchhundem
ÖPNV-Struktur,
Anrufsammel-Taxi und BürgerBus
Dieses ÖPNV-Verkehrsgutachten
gliedert sich in vier Teile:
- Teil A erläutert
die verschiedenen Arten des modernen ÖPNV. Es werden grundlegende
Informationen über S-Bahn, StadtExpress, RegionalBahn, RegionalBus,
Stadt- und OrtsBus, sowie die Verkehre des Bedarfsverkehrs wie z.B.
ALT, AST und BürgerBus gegeben und jeweils an Beispielen kurz
erläutert. Die Bedienungsformen Anruf-SammelTaxi und BürgerBus,
eine Form des ÖPNV in verkehrsschwachen Zeiten an Abenden und
Wochenenden, werden in zwei ausführlichen Kapiteln, ergänzt
durch Beispiele anderer Städte und Gemeinden, dargestellt.
- Teil B des ÖPNV-Verkehrsgutachtens
untersucht den Ist-Zustand in der Gemeinde Kirchhundem. Auf der Grundlage
der Daten der Volkszählung, der Befragungsergebnisse des IVV
aus Aachen sowie der Daten der Gemeindeverwaltung wurden diese Ergebnisse
verknüpft und tabellarisch zusammengefaßt sowie in Grafiken
anschaulich aufgearbeitet. Zusätzlich wurden die Entfernungen
der Einwohner zu den Bus-/Bahnhaltestellen ermittelt und der bestehende
Fahrplan bezüglich der Fahrthäufigkeit von Bus und Bahn
detailliert untersucht, da sich die ÖPNV-Qualität aus dem
Zusammenhang von Entfernung zur Haltestelle und Fahrthäufigkeit
errechnen und beurteilen läßt. Eine eigene Befragung der
Bevölkerung an drei Standorten zum ÖPNV ergänzt die
Datenerhebung.
- Teil C entwickelt
auf diesen Datengrundlagen Möglichkeiten der Verbesserungen im
ÖPNV durch die 'Differenzierten Bedienungsformen' LinienTaxi,
Anruf-LinienTaxi, Anruf-SammelTaxi und BürgerBus. Vor dem Hintergrund
der Regionalisierung und dem Nahverkehrsplan des Zweckverbands Westfalen-Süd
und dem Kreis Olpe wurden diese auf ihre Einsatzmöglichkeiten
und die Kosten für die Gemeinde hin untersucht. Dabei wurden
Regionalverkehr und Ortsverkehr unterschieden.
Der Bereich des Schülerverkehrs wurde daraufhin untersucht, ob
sich Spezialverkehre in Linienverkehre umwandeln lassen und welche finanziellen
Veränderungen sich damit verbinden. (Dieser Teil ist nicht öffentlich
und deshalb nicht der der Dokumentation enthalten)
- Teil D gibt
eine Zusammenfassung und einen Überblick über die aufgezeigten
Möglichkeiten zur Verbesserung des ÖPNV
Zusammenfassung - ÖPNV-Qualität
Werden Haltestellenentfernung
und Fahrplanangebot in Relation gesetzt, kann daraus die ÖPNV-Qualität
ermittelt werden.
Für Kirchhundem
wurde ermittelt:
- Ca. 70 % der
Bevölkerung kann das Haltestellennetz mit einem Fußweg
von maximal 300m erreichen. Das entspricht einer durchschnittlichen
ÖPNV-Qualität von 0,7 für 300m und 0,29 für 150m.
- Wenn nun die
Bedienungshäufigkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln berücksichtigt
wird, nimmt die ÖPNV-Qualität deutlich ab. Von Montag bis
Freitag ergeben sich Werte von 0,39 und 0,15. An Samstagen und Sonntagen
sind einige Ortsteile ohne ÖPNV-Anbindung. Die entsprechenden
Werte betragen 0,18 und 0,03.
Die ÖPNV-Qualität
ist für die einzelnen Ortsteile recht unterschiedlich. Betrachtet
wurden nur die Entfernungen zur nächsten Haltestelle und die Busabfahrtszeiten.
Wenn eine bestimmte Relation, z.B. von Welschen Ennest nach Oberhundem
betrachtet wird, ergeben sich wesentlich schlechtere Werte, denn dann
ist fast immer ein heute kaum koordiniertes Umsteigen an der Haltestelle
'Mennekes' notwendig. Noch schlechtere Werte ergeben sich, wenn z.B. das
Fahrtziel an Samstagen oder Sonntagen nicht zu erreichen ist.
Zusammenfassung - Linienverkehr
Der Zweckverband und
der Kreis Olpe werden die Buslinien nach Systemgruppen trennen. Für
Kirchhundem bedeutet das, daß die Linien, die in Altenhundem beginnen
und enden und nach Olpe über Welschen Ennest oder nach Hilchenbach
bzw. Erndtebrück verkehren, in Regionalbuslinien umgewandelt werden.
Buslinien, die in Altenhundem beginnen und in Kirchhundem enden, werden
in Ortsbusse umgewandelt.
Notwendig ist eine Vertaktung aller Buslinien in der Gemeinde, damit der
Fahrgast auch ohne detailliertes Fahrplanstudium seine ÖPNV-Verbindungen
nutzen kann. Vor allem am Abend und am Wochenende ist eine Ausweitung
des ÖPNV-Angebots dringend notwendig. Die heutigen Angebote reichen
bei weitem nicht aus und können nicht einmal als Grundversorgung
angesehen werden.
Der derzeitige ÖPNV ist in am Wochenende besonders schlecht und in
den Abendstunden nicht vorhanden. Hier sollte das Fahrplanangebot bedarfsgerecht
durch differenzierte Bedienungsformen, z.B. Anruf-Sammel-Taxi oder Anruf-Linien-Taxi
ergänzt werden. Das Fahrplanangebot im vor allem im Raum Oberhundem
ist quantitativ unzureichend und schlecht begreifbar. Hier ist eine Neuordnung
anzustreben.
Vergleich:
BürgerBus - Anruf-Sammeltaxi
Der Vergleich zweier
recht unterschiedlicher ÖPNV-Systeme vor dem Hintergrund der Struktur
der Gemeinde Kirchhundem ist schwierig.
Das Anruf-Sammeltaxi würde eine flächendeckende Versorgung mit
ÖPNV gewährleisten. Die Vorteile liegen in der wohnungsnahen
Haltestellen, sowie dem Angebot über den ganzen Tag, besonders in
den Abend- und Nachstunden. Jedoch erfordert dieses Angebot einen Kostenzuschuß
durch die Gemeinde je nach Betreibermodell zwischen 16.000 und 33.000
DM.
Der BürgerBus würde verschiedene Ortsteile besser an das Gemeinde-
und Einkaufszentrum anbinden. Er ist eine Ergänzung des heutigen
ÖPNV mit Linienbussen. Der BürgerBus bedient überwiegend
andere Linien und Haltestellen die wohnungsnäher sind. Die Kosten
für den BürgerBus, der von einem zu gründenen Bürger-Bus-Verein
betrieben wird, können meist annährend oder vollständig
ausgeglichen werden. Jedoch bietet der BürgerBus nur einen ÖPNV
in eingeschränktem Maße. Er leistet nur die absolute ÖPNV-Grundversorgung.
Da der Bürgerbus mit ehrenamtlichem Fahrpersonal betrieben wird,
ist keine dem Linienverkehr oder AST vergleichbare Angebotsdichte möglich.
Beide Systeme haben ihre Vorteile. Beide Systeme könnten jedoch auch
kombiniert betrieben werden. Tagsüber an Wochentagen fahren der LinienBus
und der BürgerBus und nach 20 Uhr setzt das Angebot des Anruf-Sammeltaxi
ein.
Die Politiker der Gemeinde Kirchhundem sollten sich die Vor- und Nachteile
der beiden Systeme vor Augen führen und die Kosten abwägen.
Beide Systeme bieten den Bürgern für wenig Geld einen deutlich
verbesserten ÖPNV.
Schülerspezialverkehr-Linienverkehr
Nach dem heutigen
Preis- und Kostenstand ist der Gemeinde Kirchhundem die Überführung
des Schülerverkehrs in den Linienverkehr grundsätzlich zu
empfehlen. Da die Umstellung für den Verkehrsbetrieb zu deutlichen
Mehreinnahmen führt, ist ein Verhandlungsergebnis anzustreben,
bei dem dieser als Ausgleich deutliche Mehrleistungen erbringt.
Um ein Risiko für alle Beteiligten zu vermeiden, sollten die Ergebnisse
dieses Gutachtens unter Berücksichtigung der neuen Rahmenbedingungen
aktualisiert werden, sobald die Details des Gemeinschaftstarifs bekannt
sind.
Durch eine Umwandlung der Schülerspezialverkehre in Linienverkehre
ergeben sich für die Gemeinde finanzielle Vorteile. Eine unmittelbare
Verbesserung des ÖPNV ist durch die Umwandlung nicht zu erwarten.
Mittelbare Verbesserungen sind jedoch möglich, z.B. in dem auch
die erforderlichen Leerfahrten in Linienfahrten umgewandelt werden.
Für den Verkehrsbetrieb ergeben sich durch die Umstellung erhebliche
finanzielle und logistische Vorteile. Dem als Wirtschaftsunternehmen
agierenden Verkehrsbetrieb ist daher ein großes Interesse an der
Umwandlung des heutigen Schülerspezialverkehrs zu unterstellen.
Die Wirtschaftlichkeit des Schülerverkehrs läßt keinerlei
weitere Zahlungen an den Verkehrsbetrieb in Form von Linienzuschüssen,
Abgeltung von Regiekosten oder Projektaufwand zu. Mit dem Erwerb der
Monatskarten sind zum gegenwärtigen Stand sämtliche Ansprüche
des Verkehrsbetriebes an die Gemeinde abgegolten. Darüber hinaus
sollte die Umstellung mit der Durchführung von Verbesserungen im
ÖPNV verknüpft werden.
Dokumentation zu bestellen bei der Gemeinde Kirchhundem
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